Latein in allen Lebenslagen

Moneten - Münzen - Money

GEIZ

Juno, die römische Göttermutter, hat viel erreicht: Sie wurde in Rom auf dem Kapitol in einem Tempel verehrt, in dem auch die Münzstätte untergebracht war. Da Juno auch als Mahnerin (lateinisch moneta) bekannt war, traten die Münzen als Moneten ihren Siegeszug an. Heute, im 3.Jahrtausend, benützen unzählige Menschen das englische Wort für Geld money. So verehren sie – bewusst oder unbewusst – Iuno Moneta.

WIE KOMMT MAN ZU MONETEN?

"Pecunia non olet - Geld stinkt nicht", soll Kaiser Vespasian (69 –79 n.Chr.) zu seinem Sohn Titus gesagt haben. Dieser hatte sich aufgeregt, dass sein Vater eine Steuer für öffentliche Toiletten eingeführt hatte. Als ihm Vespasian die ersten Steuereinnahmen unter die Nase hielt, musste auch Titus feststellen: "Pecunia non olet – Geld stinkt nicht."

ZU WENIG MONETEN?

Sie haben zu wenig Geld? Sie können sich an ein Geldinstitut wenden, das ihnen hoffentlich Vertrauen und Glauben schenkt. Wenn sie Glück haben, sagt der Bankbeamte zu ihnen "credo- ich glaube, ich vertraue" und meint nicht das Glaubensbekenntnis in der Kirche, sondern genehmigt ihnen einen Kredit.

Seien sie aber nicht traurig, wenn er nur sagt: "ratus sumich habe geglaubt". Zumindest eine Abzahlung in Raten ist ihnen mit dieser Aussage sicher.

WOHIN MIT DEN MONETEN?

Wenn wir unser Geld beim Finanzamt abliefern müssen, kann es schon sein, das wir meinen am Ende zu sein. Sprachgeschichtlich gesehen haben sie Recht.

Das lateinische Wort für Ende finis bringt nicht nur den Film zum Ende (fine), sondern auch ihre Finanzen.

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Institut für Klassische Philologie der Universität Graz: Martina Kothgasser, Renate Glas